Ich wünsche nicht, dass „idea“ weiterhin mit meinem Geld unterstützt wird


Idea“ ist eine Nachrichtenagentur. Sie nennt sich „christlich“. Aber daran bestehen berechtigte Zweifel. Die Agentur äußert sich regelmäßig und überaus klar gegen die „EKD“ (Evangelische Kirche in Deutschland), und gegen „die Landeskirchen“. Besonders ärgerlich sind ihre klar anti-muslimische Grundhaltung, die in zahlreichen Texten deutlich wird und eine Instrumentalisierung der Not der zahlreichen Flüchtlinge in Europa für ihre  anti-muslimischen Ansichten.
Die EKD unterstützt – bislang – diese Agentur dennoch mit etwa 130.000 Euro.
Ich möchte, dass sich das ändert.
Ich möchte nicht, dass die EKD diese Agentur aus meinen Kirchensteuerbeiträgen weiterhin unterstützt.
Denn:
„idea“ unterhält Kontakte zur rechtsextremistischen „Jungen Freiheit“ (vgl. dazu den unteren Textabschnitt im oben verlinkten wikipedia-Text zu „idea“).
Sie fällt in etlichen Beiträgen durch einen hetzerischen Tonfall auf. Auf ein extremes Beispiel gehe ich gleich noch ein.
Es hat mehrere kritische Gespräche zwischen der EKD und „idea“ gegeben.
Dennoch wird die Agentur weiterhin finanziell unterstützt. Die EKD tut das – vermutlich – aus Rücksicht auf einige wenige konservative christliche Gruppen, für die „idea“ schreibt. Man kann das – bis zu einem gewissen Grade – als Noblesse der EKD gegenüber ihren Kritikern verstehen.
Wenn allerdings Texte wie „Ein blutiges Ausrufezeichen nach der EKD-Synode“ verbreitet werden, dann ist für mich der Rubicon überschritten.

Deshalb bitte ich die Synodalen der EKD-Synode, insbesondere diejenigen unter ihnen, die sich mit den Finanzen der EKD befassen, die weitere Finanzierung von „idea“ einzustellen.

Ich möchte nicht, dass die EKD diese Agentur aus meinen Kirchensteuerbeiträgen weiterhin unterstützt. Und ich vermute nicht ohne Grund, dass andere Kirchensteuerzahler meine Auffassung teilen.

Mittlerweile (nach etwa 3 Stunden nach Erscheinen dieses blog-Beitrags) hat idea den zitierten Text von seiner Homepage entfernt. Auch die Seite der Evangelischen Allianz, auf der der Text nicht nur verlinkt, sondern auch abgebildet war, hat ihn entfernt. Ich weise deshalb nun auf einen Text hin, der mich gestern erreicht hat und der maßgebliche Zitate aus dem kritisierten idea-Beitrag enthält, damit man sich – zumindest in gewissen Restbeständen – anhand des Textes eine eigene Meinung bilden kann. Man findet ihn hier.

Am 17. 11. 2015 etwa mittags publizierte idea diesen Text:

idea

4 Std. ·

STELLUNGNAHME
idea hat einen Kommentar des Theologen und Journalisten Dr. Uwe Siemon-Netto veröffentlicht. Der Beitrag hätte in dieser Form nicht publiziert werden dürfen. Dafür entschuldige ich mich!
Ich habe veranlasst, dass dieser Kommentar nicht in ideaSpektrum veröffentlicht und aus dem Netz genommen wird. Er ist leider in seiner Wortwahl und in seinem Vergleich unangemessen und falsch.
Helmut Matthies, Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar)

Mittlerweile (18.11.2015; 18 Uhr) hat mich via facebook dieser Text erreicht, den ich hier – der Vollständigkeit halber auch einstelle. Man findet darin auch den kompletten, von mir kritisierten Text:
Uwe Siemon-Netto
16 Std. · Laguna Woods ·
An meine deutschsprachigen Leser: Den folgenden Kommentar schrieb ich letzten Sonnabend für Idea. die Präses der EKD-Synode, Irmward Schwätzer, drohte daraufhin dem idea-Chefredakteur Helmut Matthies mit einer Klage vor dem Deutschen Presserat.Daraudfhin distanzierte sich Matthies, ohne mich zu unterrichten, von diesem Beitrag, den er selbst bestellt und abgesehnet hatte.
Unten der Kommentar, dann mein Rundschreiben
Ein blutiges Ausrufzeichen nach der EKD-Synode
Uwe Siemon-Netto
Zwischen Bremen und Paris liegen 651 Kilometer Luftlinie. Blicken wir aber auf das, was fast zeitgleich in diesen beiden Städten geschah, dann scheinen sie in verschiedenen Universen zu liegen. Oder doch nicht? Das Massaker von Paris steht wie ein blutiges Ausrufzeichen hinter dem Gutmenschenkitsch, den sich Teile der EKD-Synode in punkto Islam gönnten. Man ist versucht, Psalm 2,4 zu zitieren: „Aber der im Himmel wohnet, lachet ihrer, und der Herr spottet ihrer.“ Da konstatierte doch der Bischof Markus Dröge vor der Synode seiner Kirche in Berlin, dass Christen Muslime nicht zum „Missionsobjekt“ machen dürften; da hatte zuvor schon eine Oberkirchenrätin aus Düsseldorf auf die Frage nach der Aktualität des Missionsauftrages Jesu geantwortet, man dürfe den Muslimen doch jetzt nicht auch noch den Glauben wegnehmen. Wir möchten mit Gott lachen aber können es nicht. Eher passt die Reaktion des Berliner Malers Max Liebermann (1847-1935) auf eine andere Form von Totalitarismus: „Ick kann janich so ville fressen wie ick kotzen möchte.“
Der Bischof, die Oberkirchenrätin und die ihnen zunickenden EKD-Quietisten seien gefragt: Wann haben Sie das letzte Mal in den Koran geblickt? Wann in die Zeitungen, die seit Jahren über die Gräuel des Islamismus berichten: wie er Andersgläubige köpft, kreuzigt, vergewaltigt, entführt? Das war alles weit weg. Jetzt geschieht es nur 651 Kilometer von Bremen entfernt. „Dieser Anschlag… meint uns alle und trifft uns alle“, sagte Angela Merkel, und sie hatte Recht.
Ach, das war alles nicht im Sinne des Erfinders? Doch, Herr Bischof, Frau Oberkirchenrätin! So steht’s im Koran. Entsinnen Sie sich noch aus Ihrem Theologiestudium des sola scriptura-Imperativs? Die Heilige Schrift ist der höchste Maßstab aller Lehre und Praxis. Nun ermahnt die heilige Schrift der Muslime diese aber nicht zur Feindesliebe, sondern ruft sie auf: „Erschlagt (die Ungläubigen), wo immer ihr auf sie stoßt“ (Sure 2, Vers 191) und: „So haut ein auf ihre Hälse und haut ihnen jeden Finger ab“ (Sure 8, Vers 12). Ähnliches ist im Koran an über hundert Stellen zu lesen. Die Mörder von Paris haben sich an den sola-scriptura-Grundsatz gehalten; sie unterwarfen sich der Autorität der heiligen Schrift – aber eben nicht unserer heiligen Schrift, sondern ihrer. Und ihren Glaubenssätzen sollten wir im Umgang mit Muslimen nicht unsere gegenüberstellen dürfen?
Spätestens nach Paris muss mit dem deutschen Protestantengesäusel zum Thema Islam Schluss sein. Niemand fordert, dass Muslime zur Konversion genötigt werden. Wir Christen haben eine viel mächtigere Waffe für den Umgang mit ihnen, nämlich das Wort des lebendigen Gottes. Dieses Geschütz bellt nicht wie Kanonen und tötet niemanden. Es ermahnt lediglich uns alle, auch die politisch-korrekt verwirrten Kleriker in den EKD-Gliedkirchen: „Gehet hin und lehret alle Völker, taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Matthäus 28,19).
——–
LiebeFreunde und Mitchristen,
mein beigefügter Kommentar erschien am 14. November im idea-Pressedienst. Er wurde aber am Montag wieder herausgenommen, so dass nur noch die Übersicht auf der ersten Seite darauf verweist, der Text jedoch fehlt. Auch in idea-Spektrum wurde er nicht veröffentlicht. Idea-Leiter Helmut Matthies, der diesen Beitrag bestellt hatte, hat mich weder telefonisch noch per Email davon informiert, dass und warum er dieses Stück kippen würde. Nachdem ich heute in mehreren Emails nach diesen ungewöhnlichen Vorgang gefragt wurde, will ich jetzt versuchen, seine furchterregenden Hintergründe nach bester Kenntnis zu erläutern.
Ich schicke voraus, dass ich Herrn Matthies, abgesehen von seinem Mangel an guter kollegialer Sitte, dies nicht übel nehme, weil ich inzwischen folgendes erfahren habe: Die Präses der EKD-Synode, Irmgard Schwätzer, hatte bei ihm am Montag angerufen, ihm eine Verleumdung der Synode vorgeworfen und mit dem Presserat gedroht. Es gibt offensichtlich auch Bestrebungen, die jährlichen EKD-Subventionen von 130.000 an idea zu streichen. Im Internet forderte dies jedenfalls ein Staatssekretär unter Hinweis auf meinen Kommentar. Ein Pfarrer forderte Matthies auf, sich für diesen Beitrag zu entschuldigen, und Herr Matthies tat dies denn auch in einer “Stellungnahme“ (siehe unten), die ich im Internet fand. Dass er mich weder vorher konsultierte noch hinterher informierte, halte ich zwar für feige und menschlich verwerflich, sehe es ihm aber nach, weil es zeigt, unter welch’ unmenschlichen Druck er von einflussreichen Leuten in gestellt wurde, die sich für Christen halten.
Ich kann Helmut Matthies’ finanzielle Gründe nachvollziehen, auch wenn ich sie theologisch für nicht vertretbar halte, weil ich ja in meinem Kommentar (!) nichts anderes tat, als mit spitzer Feder die Evangelische Kirche aufzufordern, in dem jetzt tosenden Dritten Weltkrieg ihr mächtiges Geschütz aufzufahren, nämlich das εὐαγγέλιον, auf das sie sich schließlich ihr Name beruft, den nach Deutschland strömenden Muslimen anzubieten. Dies lässt sich nicht mit neuprotestantischem Gestammel à la “Hmmm, ich denke mal” bewältigen sondern nur wie Christus uns geheißen: „Gehet hin und lehret alle Völker…”
Es ist bedauerlich, dass es mir nicht vergönnt war, mit Frau Schwätzer diesen Strauß vor dem Deutschen Presserat auszufechten, denn sie hat auf totalitäre Art in die redaktionelle Arbeit eines Presseorgans eingegriffen, hat einen Kommentar unterdrückt, also gegen die Meinungsfreiheit verstoßen (Grundgesetz Artikel 5, Absatz 1, Satz 1), und einen Chefredakteur erpresst. Dass dieser sich erpressen ließ, entspricht einer tragischen Tradition selbst rechtgläubiger Christen in Deutschland. Wie Dietrich Bonhoeffer 1943 schrieb: „Was steckt eigentlich hinter der Klage über die mangelnde Civilcourage? Wir haben in diesen Jahren viel Tapferkeit und Aufopferung, aber fast nirgends Civilcourage gefunden, auch bei uns selbst nicht.“
Liebe Freunde, mich schaudert’s angesichts der schwarzen Wolken, die allenthalben aufziehen. In seinen Reden über das Vaterunser sprach Helmut Thielicke in den Jahren 1944-45 von einer “Schuldlawine, die in der Geschichte der Völker immer mehr anschwillt …. ein Schuldverhängnis brütet über der Welt, über ihren Kontinenten und Meeren.” Diese Lawine hat wieder einmal die Evangelische Kirche in Deutschland erfasst, obwohl sie zweifellos diesen Gedanken empört von sich weisen wird. Kyrie eleison!
Uwe Siemon-Netto
PS: Helmut Matthies’ Entschuldigung: “STELLUNGNAHME idea hat einen Kommentar des Theologen und Journalisten Dr. Uwe Siemon-Netto veröffentlicht. Der Beitrag hätte in dieser Form nicht publiziert werden dürfen. Dafür entschuldige ich mich! Ich habe veranlasst, dass dieser Kommentar nicht in ideaSpektrum veröffentlicht und aus dem Netz genommen wird. Er ist leider in seiner Wortwahl und in seinem Vergleich unangemessen und falsch.Helmut Matthies, Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar)”
Bitte leiten Sie diese Nachricht an jene unter Ihren Freunde und Bekannten weiter, denen Sie meinen Kommentar am letzten Sonnabend geschickt hatten..

Am 20.11. 2015 erreichte mich diese e-mail, die ich dem hier fortlaufend ergänzten Text hinzufüge:

Bernhard Limberg <bernhard.limberg@idea.de>

14:21 (vor 6 Minuten)

an mich

Sehr geehrter Herr Kapsarick,

ich weise Sie auf unsere Stellungnahme auf Facebook vom 18. November 2015 (16:53 Uhr) hin, die in Ihrem Beitrag “Ich wünsche nicht, dass “idea” weiterhin mit meinem Geld unterstützt wird” bisher keinerlei Beachtung fand. Dort heißt es:

STELLUNGNAHME
idea hat am Montag den Kommentar „Ein blutiges Ausrufezeichen nach der EKD-Synode“ aus dem Internet entfernt. Jetzt kursiert im Netz die Behauptung, die EKD habe mit Maßnahmen gedroht, falls der Beitrag nicht gelöscht werde. Das stimmt in keiner Weise. Die Entscheidung, den Artikel zu entfernen, hat idea unabhängig und aus inhaltlichen Gründen getroffen.

Helmut Matthies, Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar)

Auch Uwe Siemon-Netto hat sich nach einem Gespräch mit Helmut Matthies auf seinem Facebbok-Profil geäußert (18. November 2015, 13:15 Uhr):

An meine deutschen Leser:
Idea-Redaktionsleiter Helmut Matthies hat mich eben angerufen. Wir haben uns ausführlich ausgesprochen. Der Konflikt ist beigelegt.

Es wäre fair, wenn Sie die neue Entwicklung berücksichtigen könnten.

Irritiert haben wir festgestellt, dass Sie diesen Kommentar zu Ihrem Blog-Beitrag unkommentiert belassen haben:
Fritz Penserot
November 16, 2015 um 14:58  <https://ulrichkasparick.wordpress.com/2015/11/16/ich-wuensche-nicht-dass-idea-weiterhin-mit-meinem-geld-unterstuetzt-wird/#comment-1109>
Wir dürfen als Christen diese ideologischen Wasserträger der Nazis nicht unterstützen!

Für Fragen steht Ihnen Herr Matthies oder ich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Bernhard Limberg
Verantwortlicher Redakteur Internet & Fernsehen

idea e.V.
Evangelische Nachrichtenagentur

Postfach 18 20
35528 Wetzlar

Telefon 06441 915-117
Telefax 06441 915-118
Mobil 0170 4173293

http://www.idea.de/

idea ist wegen Förderung religiöser Zwecke als gemeinnütziger Verein anerkannt und im Vereinsregister Wetzlar unter der Nr. 736 registriert. Vorsitzender: Horst Marquardt

 

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41 Gedanken zu “Ich wünsche nicht, dass „idea“ weiterhin mit meinem Geld unterstützt wird

  1. Schlecht, dass der besprochene hetzerische Artikel überhaupt erscheinen konnte. Gut, dass er dann schnell zurückgezogen wurde. Ich würde mir auch wünschen, dass ich einzelweise über die Verwendung meiner Kirchensteuern (und anderer Steuern) entscheiden könnte. Aus verständlichen Gründen ist so etwas aber nicht möglich.

    1. doch, das ist möglich. Dazu wendet man sich an seinen oder seine Synodale und versucht mit ihrer Hilfe, Mehrheiten in der Synode zu organisieren. Das läuft genauso, als wenn man ein andres Projekt bewegen will.

  2. Ganz schön krass, wie Linksextremisten demokratische Konservative in die rechte Ecke rücken. Als evangelikaler Christ, der die Steuern an die EKD zahlt, sehe ich mich in den Gremien nicht mehr vertreten. Ich sehe keinen einzigen Evangelikalen oder zumindest keinen der klare Kante zeigt.
    Als Christ erwarte ich nicht, dass die EKD einen interreligiösen Dialog macht, linke Positionen vertritt, sondern klar das Evangelium des Auferstandenen verkündet: CHRISTUS ALLEIN. Wie soll man da islamfreundlich sein? Der Islam ist eine antichristliche Religion, die mit Christus NICHTS gemeinsam hat. Die Erlösung erfolgt ausschließlich durch das was Jesus am Kreuz getan hat. Durch den Glauben. Durch die Schrift. Durch die Gnade. Durch Christus allein.
    Das kann der Islam nicht bieten. Er hat keinen Gottessohn. Er hat keinen menschgewordenen Sohn. Allah ist nie Mensch geworden. Er hat keine Errettung aus Gnade. Er lehnt die Bibel ab und ersetzt sie durch ein eigenes Handbuch zum Götzendienst. Was soll da an Gemeinsamkeiten möglich sein. Wer das propagiert hat den seligmachenden Glauben, den auch die Kirchenväter vekündet haben, verlassen.
    Die Evangelikalen haben nichts gegen die Zusammenarbeit mit anderen Christen, das was eigentlich Ökumene heißt. Wir teilen mit allen Konfessionen das selbe Glaubensbekenntnis. Im Gegenteil, unsere Gegner interpretieren es um und ergänzen oder ersetzen Inhalte des selbigen. Alleine schon der Aufruf zur Einheit abrahmitischer Religionen steht dem Glaubensbekenntnis entgegen.
    Die Evangelikalen sind auch die, die in Einheit mit allen Konfessionen und quer durch die Kirchengeschichte an der gemeinsamen Haltung gegenüber unbiblischer Lehren bezüglich Gender und Homosexualität festhalten. Die paar Liberalen, die da was ändern, können nicht sagen, dass sie kirchengeschichtlich in Einheit mit den Vätern und allen Konfessionen stehen, nicht mal mit den Leuten in ihren eigenen Konfessionen können sie da behaupten, sie hätten eine Einheit.
    Sie missbrauchen ihre kirchliche Stellung politisch und sie missbrauchen Ihre politische Stellung kirchlich. Und nein, Konservative sind nicht rechtsextrem. Oder wie sie sich ausdrücken rechtsexptremistisch. Sie sind völlig undemokratisch in ihrem Verhalten, indem sie nicht akzeptieren wollen, dass Menschen anderer politischer Richtungen auch nur zum Atmen kommen.

    1. Eine kleine Korrektur: Niemand „zahlt Steuern an die EKD“. Wir zahlen alle an den Staat, und dieser führt Steueranteile an die jeweilige Landeskirche vor Ort ab. – Und erst die Landeskirche zahlt die Umlage an die EKD.
      Doch ich hoffe und bete, dass die EKD rassistische, nationalistische, homophobe und sonstige Bestrebungen, die andere herabwürdigen und dadurch die Botschaft Jesu verraten, nicht unterstützt.

  3. Ich suche zurzeit mit der Lupe an Gründen, warum ich die EKD weiter mit meiner Kirchensteuer mitfinanzieren soll. Wenn ich hier lese, wie überheblich und naiv über andere Christen geredet wird und wenn ich miterlebe wie „Geist-„los und fern ihres Auftrags, der von Christus selbst kommt, die EKD agiert und sich äußert, dann frage ich mich, ob ich DAS als Christ weiterhin unterstützen darf und bin meinem Austritt leider schon wieder ein bedauerliches Stück näher gekommen.

  4. Fünf Sachen dazu: (1) Der Kommentar ist Mist, und warum er Mist war, steht inzwischen auf Uwe Siemon-Nettos Facebook-Seite zu lesen. Er wurde depubliziert und Helmut Matthies hat sich für den Missgriff entschuldigt, damit finde ich könnte und sollte man dieses Kapitel auf Idea-Seite schließen – oder ist das kirchliche Reden von Buß- und Bettag am Ende nur noch Gerede? (2) Den (bislang offenbar völlig uneinsichtigen) Autor kritisiere ich schon seit über zehn Jahren für seine undifferenzierten Schwarzweißmalereien, das wird sich wohl nicht mehr änder, aber vermutlich wird er nicht mehr in Idea schreiben. Kein Fehler. (3) Man sollte, wenn man Wikipedia liest, auch manchmal einen Blick auf die Diskussionsseite werfen; dort fand ich eine Tabelle mit einer Aufstellung der in der „Jungen Freiheit“ erschienenen Idea-Artikel, die die These einer Kooperation eigentlich widerlegt: https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Evangelische_Nachrichtenagentur_Idea/Archiv/2011#Auswertung_und_Diskussion_der_Nachrecherche_zu_Regina_Wamper. Warum das trotzdem noch in dem Artikel steht, weiß ich nicht. (4) Die Inflation mit dem „Rechts“-Begriff ist gesellschaftlich eine gaz schwierige Sache. Auch andere Blätter (zB Focus) und Autoren (zB Broeder) haben vergleichbar auf die Gefahren durch den Islam hingewiesen, ohne als „rechts“ betitelt zu werden. Mir möge bitte jemand aus einem Idea-Text heraus erweisen, warum das Blatt „rechts“ sein soll. (5) Meines Wissens wird nur der IDEA-Informationsdienst, nicht jedoch die Abteilung Print- und Online-Publikationen mit EKD-Geld bezuschusst, die diesen Kommentar zu verantworten hatte. Das ist ein kleiner, aber feiner Unterschied.

    1. ich kann dazu nur zitieren, was der Autor des Textes selbst mitgeteilt hat (ich habs unten im blog-Text heute eingefügt), dass nämlich die Präsidentin der Synode, Frau Schwaetzer, eindringlich auf die Möglichkeiten des Presserates hingewiesen hat. Ganz offensichtlich hat man jetzt auch innerhalb der Synode die Nase ziemlich voll.

      1. Man hat von seinen Kritikern gern mal die Nase voll, das sagt aber noch nichts darüber, ob diese nicht eine stützende Funktion innerhalb des Systems ausüben – in dem von Ihnen zitierten Wikipedia-Artikel bin ich an der Formulierung „loyaler Dienst an der Kirche“ (ich glaube von Winterhager) hängengeblieben. Matthies hat auf der Facebook-Seite von Idea jeden Ursache-Wirkungs-Zusammenhang mit einer Intervention durch zB Frau Schwaetzer widersprochen. Dem entnehme ich: Nicht Druck, sondern Einsicht hat zu der Entsccheidung geführt. Sollte man mal stehenlassen, finde ich.

      2. ich kenne auch andere Stimmen. Die haben mir geraten, doch mal bei Frau Schwaetzer nachzufragen, ob das Telefonat überhaupt stattgefunden hat. Aber das ist nicht meine Sache. Mir ist wichtig, dass meine Position klar ist. Und, wie ich an zahlreichen Reaktionen sehen kann, denken nicht wenige ähnlich.

  5. Diese ganzen rechtslastigen Texte von angeblich christlicher Seite regen mich auch immer weiter auf. Ich frage mich, ob es machbar wäre, eine Art Bekenntnis (Theologische Erklärung für Lutheraner ;)) zu formulieren, die bei größtmöglicher Breite eine Linie zieht und so klarstellt, was noch als christlich gelten kann, und was nicht. So ein Text könnte dann auch auf change.org gestellt werden, um Unterstützer zu suchen und weitere Aufmerksamkeit zu bekommen…

  6. Obwohl ich Sie sehr gut verstehen kann, bitte ich zu bedenken, dass die EKD auch Sachen finanziert, die anderen nicht gefallen. Von der GEZ wird auch das Musikantenstadtl bezahlt. So ist das nun mal in einer Volkskirche. Wir müssen uns halt inhaltlich mit diesen Leuten auseinandersetzen. Und warum soll es uns besser gehen, als den Muslim*innen? Die haben es mit ihren Fundamentalist*innen doch noch schwerer.

  7. Idea hintertreibt bewusst den ökumenischen und interreligiösen Dialog, den unsere Welt so dringend braucht. Deshalb sollte die EKD diesem Blatt und seinem Internetauftritten sofort jede Unterstützung entziehen!

  8. Lieber Uli Kasparick, ich konnte im vergangenen Jahr auch nicht mehr ertragen, wie auch mit meinen Kirchensteuern von der EKD politisch einseitige Veranstaltungen wie der Kirchentag, theologisch armselige Verlautbarungen wie das Familienpapier und gesellschaftlich ideologisierte Institutionen wie das Genderzentrum finanziert wurden. Da bin ich ausgetreten. So einfach geht das.

  9. Es tut gut, das zu lesen! Gerade gestern habe ich mich wieder über idea aufgeregt, der große Schock war allerdings die finanzielle Unterstützung durch die EKD. Danke für diesen Beitrag!

  10. Idea fällt mir seit langem durch deutlich rechtslastiges Gedankengut in seinen Artikeln auf. Wie Sie finde ich die Hetze gegen Muslime, gegen die Landeskirche und die Katholische Kirche unerträglich. Ich selbst habe Idea ebenfalls schon einmal angeschrieben – ohne Erfolg. Daher herzlichen Dank für Ihren Einsatz.

  11. Ich teile die Meinung, die hinter dem Artikel steht, nicht. Aber: Es ist nicht gut, jemanden wegen seiner Meinung den Geldhahn zuzudrehen. Meinungs und Pressefreiheit sind ein Absolutum in einer freien Gesellschaft. Die EKD wird es aushalten können, was diese Spinner schreiben. Ich teile ihre Meinung nicht, aber ich werde immer dafür sein, dass sie diese vertreten dürfen. Ich brauch keine Presse, die mich bestätigt sondern eine die mich hinterfragt. Aber vielen Dank für die Info und die Quelle. War schon heftig, dieser Text.

    1. herzlichen Dank auch für diesen Hinweis. Ich habe im blog-Text am Ende noch einen weiteren link eingefügt von einer kritischen Auseinandersetzung mit dem idea-beitrag, der mich gestern erreicht hat. Daraus geht – jedenfalls in Restbeständen – der Sachverhalt auch hervor.

  12. mittlerweile nicht mehr. Das ist ein interessanter Vorgang. Zunächst hat idea den Text von ihrer Seite genommen und etwa eine Stunde später auch die Seite der Evangelischen Allianz, die den Text auch abgebildet hatte. Das kann ich verstehen.

    1. Im Cache ist der komplette Text nach wie vor lesbar.
      Die undifferenzierte und zum Teil unethische, weil Dinge tendenziös aus dem Zusammenhang reißende Recherche von idea ist mir an anderer Stelle auch schon übel aufgestoßen. Der Autor des von Ihnen genannten Texts hat offensichtlich keine differenzierte Kenntnis des Koran und seiner Auslegungstradition. Dabei kann man eine gute Kommentierung des Koran vor seinem historischen Entstehungshintergrund bei Adel Theodor Khoury leicht finden.

    1. danke für den Hinweis. Ich hab auch festgestellt, das der im Text über die Seite der Evangelischen Allianz verlinkte und nicht nur von mir kritisierte Beitrag, der ursprünglich bei idea stand, entfernt wurde. Das genügt aber nicht, weil es um eine prinzipielle Klärung geht. Ich nehme aufgrund der zahlreichen Reaktionen an, dass sich die Synode mit dem Thema befassen wird.

  13. Überrascht mich immer wieder:
    In der Kommentarspalte bei idea wettern die aufrichtigen Frommen über den „Gräuel“ namens EKD
    und fordern alle zum Austritt auf.
    Aber das ihr Lieblingsmagazin von diesem „Gräuel“ mit finanziert wird, scheint wiederum in Ordnung zu gehen.

  14. Danke! Ich habe kein Verständnis dafür, dass mit Mitteln aus unserer Kirchensteuer solche Hetze unterstützt wird. Dieses Geld sollte besser in Integrationsprojekte fließen, statt in populistischem Stil die Spaltung der Konfessionen voranzutreiben!

  15. (Könnten Sie ihren Brief uu. auf eine der größeren Petitionsplattformen einstellen, damit Ihre Stimme nicht alleine bleibt?)

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