Für unsere Enkel. Ein Aufruf an die „jungen Alten“.


Klimawandel und Klimaschutz sind keine Themen der Jugend allein. Denn die Entscheidungen fallen jetzt. Aber die Kinder und Enkel müssen die Folgen tragen. Wenn wir jetzt nicht schnell aus Kohle, Öl und Gas aussteigen – dann werden die Kinder, die in diesem Jahr geboren werden, eine Welt vorfinden, die man niemandem wünschen kann. Deshalb gibt es nun die Gruppe “Für unsere Enkel – Klimaschutz geht alle an”. https://www.facebook.com/groups/156…
Jüngere Ruheständler, Pensionäre, ehemalige Beamte, ehemalige Berufssoldaten und Polizisten, die Lehrer im Ruhestand, die Ingenieure, Künstler, die ihre aktive berufliche Zeit hinter sich haben – sie sind gemeint und angesprochen.
Menschen zwischen 60 und 75 Jahren.
Menschen mit Lebenserfahrung.
Menschen mit Kontakten.
Menschen mit materiellen Ressourcen.
Menschen mit Zeit.
Menschen, die nichts mehr “riskieren”, wenn sie den Mund aufmachen.
Die Jüngeren brauchen uns.
Sie brauchen unsere Unterstützung.
Deshalb gibt es nun die Gruppe “Für unsere Enkel – Klimaschutz geht alle an”.
Wir arbeiten in dieser Gruppe mittlerweile mit sieben Administratoren in drei Ländern, Schwerpunkt ist Deutschland.
Unser Ziel ist es, ein Netzwerk von aktiven Senioren-Gruppen aufzubauen, die bereit sind, ihre Verantwortung zu tragen.
Auch in den USA (The Elders Climate Action https://www.facebook.com/eldersclimateaction/) und in anderen Ländern beginnen die “jungen Alten” sich zu organisieren.
Sie gründen Gruppen, nutzen ihre Clubs und ihre Treffen, nutzen ihre Netzwerke. Und sie mischen sich ein.
Sie stehen national und international über social media mit anderen Menschen in Verbindung, die genau so denken und handeln.
Für einen schnellen Ausstieg aus den fossilen Energieträgern.
Für Divest – also den Abzug von Geldern, die z.B. in Pensionsfonds der Kommunen liegen und bislang in “schmutzige Energie” investiert wurde.
Fühlen Sie sich eingeladen.

Für unsere Enkel – Klimaschutz geht alle an. Das Netzwerk für Engagierte.


Was tut man als jemand, der sich auf den Ruhestand vorbereitet? Man gründet ein internationales Netzwerk.
„Für unsere Enkel – Klimaschutz geht alle an“ soll einen Beitrag dazu leisten, dass sich die Älteren zu Wort melden können. Denn uns sind unsere Kinder und Enkel nicht egal. Sie müssen schließlich in der Welt leben, die wir ihnen hinterlassen.
Deshalb gibt es nun diese Arbeitsgruppe bei facebook, in der sich jeder einbringen kann, der wirklich aktiv etwas dazu beitragen möchte, dass unsere Kinder und Enkel nicht „ausbaden“ müssen, was wir ihnen hinterlassen.
Die Gruppe startet nun. Von Anfang an international. Wir haben Administratoren für den Bereich der UN, für Deutschland und Österreich, für Marokko und Ägypten. Das ermöglicht von Anfang an einen internationalen Informationsgewinn aus „erster Hand“ und hilft bei der Vernetzung.
Wir wollen möglichst in jedem Bundesland einen Administrator haben, der sich um engere Kontakte zu Seniorenverbänden, -gruppen und aktiven Einzelpersonen bemüht, damit ein politisch wirksames Netzwerk entstehen kann.
Parteiübergreifend.
Konfessionsübergreifend.
Uns verbindet – bei allen politischen und weltanschaulichen Unterschieden – eines: die Sorge um die Welt, in der unsere Kinder und Enkel werden leben müssen.
Deshalb mischen wir uns ein.
Jeder, der aktiv daran teilnehmen möchte, ist herzlich eingeladen.

#Divest. Oder: ein Kapitel über intelligente Politik.


Die weltweite #Divest-Bewegung ist eine der intelligentesten Kampagnen, die ich kenne. Deshalb beteilige ich mich gern.
Die Bewegung ist an Universitäten entstanden und wird breiter und breiter. Diese Bewegung wächst schnell, weil sie konkrete, erreichbare Ziele hat und weil sie Fortschritte macht.  Überall auf der Welt haben sich zumeist kleine Gruppen zusammen gefunden, die ganz konkret in ihrer Kommune, an ihrer Universität, in ihrer Kirchengemeinde, in ihrem Betrieb dafür streiten, dass ihre Kommune, ihre Universität, ihre Kirchengemeinde, ihr Betrieb zum Beispiel die Pensionsrückstellungen, die bei der jeweiligen Hausbank angelegt worden sind, aus fossilen Energiequellen abziehen. Wer den hashtag #divest zum Beispiel bei facebook aufruft, sieht die Fülle an Gruppen, die da mittlerweile entstanden sind und konkret arbeiten.
Überall auf der Welt zieht man nun Geld aus Investments in fossile Energien ab. In Deutschland sind es ganze Landeskirchen (die in Berlin-Brandenburg zum Beispiel), es sind konkrete Kommunen (die Hauptstadt Berlin zum Beispiel), es sind Versicherungskonzerne (Axa zum Beispiel) und viele andere.
Mehr als 5 Billionen Dollar sind bereits abgezogen und zum Beispiel in Erneuerbare Energien investiert worden.
Die Divest-Bewegung ist ein wunderbares Beispiel für das, was Mahatma Gandhi dereinst über sein Engagement gesagt hat:
„Erst belächeln sie dich, dann beschimpfen sie dich, dann bekämpfen sie dich – und am Ende gewinnst du.“
Die Konkretheit im Ziel – das ist die große Stärke der weltweiten Divest-Bewegung.
Es ist die konkrete Stadt, die konkrete Kirchengemeinde, die konkrete Universität, die aufgefordert wird, ihre Rücklagen in Erneuerbare Energien zu investieren, statt in fossile Energieträger.
Damit setzt die Divest-Bewegung den Hebel genau an dem Punkt an, an dem eine kapitalistische Wirtschaftsordnung besonders sensibel reagiert: beim Geld.
Es sind übrigens nicht nur junge Leute, nicht nur Studenten und Schüler, die von der Kampagne überzeugt sind. Es sind internationale Netzwerke wie The Elders zum Beispiel, in dem ehemals führende und nach wie vor einflussreiche Politikerinnen und Politiker weiter Einfluss nehmen. Erfahrene Menschen wie Kofi Annan zum Beispiel. Wenn man sich an der Kampagne beteiligt, ist man in guter Gesellschaft.
Diese intelligente weltweite Kampagne wird einen wirksamen Beitrag dazu leisten, dass die katastrophalen Folgen, die ein ungebremster Klimawandel haben würde, wenigstens etwas gemildert werden.
Wir wissen, dass die in der Folge des Paris-Abkommens nun gerade in Bonn verabschiedeten Reduktionsziele und konkreten Reduktionsvorhaben nicht ausreichen werden, das Ziel von Paris (nicht mehr als 2 Grad Temperaturanstieg bis zum Ende des Jahrhunderts) zu erreichen.
Gegenwärtig steht der Kurs auf 2,6 – 3,7 Grad. Das jedoch wäre katastrophal.
Deshalb ist es so wichtig, dass den fossilen Energieträgern das Geld entzogen wird.
Step by step. Schritt für Schritt. Universität für Universität, Stadt für Stadt, Kirchgemeinde für Kirchgemeinde, Betrieb für Betrieb.

Es ist mir ein großes Vergnügen, dass ich mich dank Internet an dieser weltweiten Bewegung beteiligen kann. Und jeder, der einen PC, einen Laptop oder ein Smartphone benutzt, kann sich auch daran beteiligen.
Was für eine große Chance! 

Sollen sie doch in der Wüste verrecken! Was Malta bedeutet


Heute, am 3. Februar 2017 haben die europäischen Staats- und Regierungschefs beschlossen, in Libyen „Auffang-Lager“ für Flüchtlinge zu errichten. Man will mit dieser „Maßnahme“ (eigentlich handelt es sich um ein ganzes Maßnahmepaket von 10 Punkten) die „Mittelmeerroute schließen“. Man will also verhindern, dass die Flüchtlinge nach Europa kommen.
Was aber bedeutet der Beschluss?
Ich will mich in diesem kurzen Beitrag nur auf einen Gesichtspunkt konzentrieren, der in der Debatte bislang nicht berücksichtigt wird:
Wir wissen, dass Nordafrika (und Libyen liegt bekanntlich in Nordafrika) schon in wenigen Jahren unbewohnbar sein wird. Und zwar deshalb, weil dort die Temperaturen in Hitzeperioden auf 50 Grad Celsius und mehr ansteigen werden. Jos Lelieveld vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz und Professor am Cyprus Institute in Nikosia hat auf diese Zusammenhänge hingewiesen und sie auch publiziert.
Diese heute beschlossenen „Auffang-Lager“ für Flüchtlinge werden also nicht nur in einem jetzt schon politisch höchst instabilen Staatsgebilde errichtet, sondern zudem in einer Region, die in absehbarer Zeit unbewohnbar sein wird.

Regierungschefs müssen diese Zusammenhänge wissen. Und sie wissen sie auch.
Aber sie haben dennoch beschlossen, diese „Auffang-Lager“ eben genau dort zu errichten.

Ihr Beschluss bedeutet deshalb im Kern: „Sollen die Flüchtlinge doch in der Wüste verrecken! Hauptsache, sie kommen nicht zu uns.“
Auf Folgendes sei noch hingewiesen: die Klimaforschung geht bislang davon aus, dass diese Entwicklung etwa „ab Mitte des Jahrhunderts“ eingetreten sein wird, also etwa ab dem Jahre 2040, in etwa 20 Jahren also. Es wird aber schneller gehen.
Denn die neue US-Administration hat vom ersten Tag an deutlich gemacht, dass sie eine veränderte Energie-Politik durchsetzen will. Und die bedeutet einen noch stärkeren Anstieg der Emissionen. Das in Paris vereinbarte Ziel, den Anstieg der Durchschnittstemperatur auf 2 Grad zu begrenzen, ist nach Auskunft vieler Forscher nicht mehr erreichbar. Wir steuern gegenwärtig auf plus 3 Grad zu.
Mit anderen Worten: die Veränderungen werden nicht erst „in der Mitte des Jahrhunderts“ eintreten, sondern früher.
Und diese Veränderungen insbesondere in Nordafrika werden zu einem starken Anstieg der Zahl der Klimaflüchtlinge führen.
Man kann Menschen, die keine Lebensgrundlage mehr haben, nicht in „Auffang-Lagern“ einsperren. Entweder, sie sterben dort, oder sie machen sich auf den Weg, um einen Ausweg zu finden.
Mauern, Zäune und Lager sind keine Lösung.
Europa muss legale Fluchtwege einrichten und Einwanderungsgesetze beschließen, die Menschen in Not eine tatsächliche Lebens-Möglichkeit eröffnen.
Und zwar jetzt.

Tag 23. Berlin – Prag – ….. Aleppo. Wieder zurückkehren auf den Weg.


Es war wie so oft: etwas ist dazwischen gekommen. Das Wochenende nämlich.
Ich war „mit anderem beschäftigt“.
Aber: der Civil March to Aleppo war dennoch weiter gegangen, trotz der längeren Station in Prag.
Und, dank facebook & Co kann ich nachlesen, was da vor sich gegangen ist.
„Volles Programm“ sozusagen. Viele Veranstaltungen. Viele Gespräche. Neue Kontakte sind entstanden.

Ich lese nach, was da war und klinke mich nun nach dem Wochenende sozusagen wieder ein, gehe nun wieder weiter mit.
Von Berlin Richtung Aleppo.
Die Station am 17. Januar führt von Prag nach Ricany.
Hält das Winterwetter weiter so an, wird die Gruppe immer tiefer in die Kälte vordringen.
Ich nehme es als ein Bild für das, was da kommen wird. Denn, je weiter die Gruppe nach Süden zieht, um so näher kommt man den Flüchtlings-Lagern, aus denen uns in den vergangenen Tagen schon die Bilder erreicht haben.

Es war „etwas dazwischen gekommen“. Anderes hatte sich in den Vordergrund gedrängt.
Das bedeutet aber nicht, dass es „die andere Wirklichkeit“, die mit den Lagern nämlich, nicht mehr gäbe…..

Tag 20. Erfolge und Stationen


Zwei Tage haben wir gebraucht, um via Internet und social media einen Brief an den Präsidenten der EU-Kommission mit den gewünschten 100% zu unterzeichnen. Die Initiative dazu war von Amnesty International Österreich ausgegangen und Deutschland hat seinen Beitrag geleistet. Ein schönes Beispiel internationaler Kooperation über Grenzen hinweg.
Gleichzeitig aber erreichten uns immer weitere Bilder von den katastrophalen Zuständen in den winterlichen Flüchtlings-Camps in Italien, in Griechenland und in Serbien.
Es geht jetzt darum, die EU-Kommission und die nationalen Regierungen zu einem sofortigen Handeln zu bewegen. Es geht um Nothilfe.
Niemand hat das Recht, Menschen an den Grenzen Europas einfach erfrieren zu lassen.
Noch gibt es keinerlei öffentliche Hinweise darauf, dass sich die europäischen Staats- und Regierungschefs auf eine solche Soforthilfe verständigen wollen.
Aber der Winter wartet nicht. Bei zweistelligen Minusgraden und katastrophalen humanitären Bedingungen zählt jede Stunde.
Die Gruppe, die nach Aleppo geht, ist heute kurz vor Prag eingetroffen.
Der Wegabschnitt lag zwischen Veltrusy und Roztoky u Prahy.
Morgen wird man Prag erreichen. Man wird dort erwartet. Es wird Gespräche geben, Begegnungen, Diskussionen. Das Programm des Tages ist vielfältig.
Der Vernetzungsprozess wird weiter voran gehen. Die Sache wird immer mehr bekannt.
Morgen dann beginnt die neue Woche. Es ist Sonntag.

Tag 19. Fortschritte und Rückschritte. Der Weg nach Aleppo


Der Tag war ermüdend. Nicht nur für diejenigen, die da von Berlin nach Aleppo gehen und kurz vor Prag angekommen sind.
Aber es geht voran.
Der Brief an den Präsidenten der EU-Kommission, der gestern via Amnesty Österreich die deutschen Rechner erreichte und den ich mit sehr guter Resonanz – mehr als 340 mal geteilt! verschickt hatte, hat mittlerweile 87% der angestrebten Unterschriftenzahl erreicht. Vermutlich kann das Projekt heute Nacht noch abgeschlossen werden. Das ist die gute Nachricht.
Eine weitere gute Nachricht: die Gruppe der Marschierenden wir immer internationaler. Man nutzt live-streaming, heute sogar mit einem arabisch-sprachigen Beitrag; man nutzt die Netzwerke, macht sehr gute Öffentlichkeitsarbeit, was der weiteren Vernetzung sehr dienlich ist. All das ist sicher nicht einfach zu bewerkstelligen, wenn man müde und „abgelaufen“ ist.
In Deutschland wird die Lage am Beginn des Wahljahres immer komplizierter. Heute entbrannte innerhalb der Partei der Grünen ein Streit zwischen Bundestagsfraktion und der Mehrheit der Landesverbände um die Frage der Abschiebung nach Afghanistan. Derzeit sieht es so aus, als würde sich auch die Mehrheit der grünen Landesverbände für eine solche Abschiebung aussprechen, zwar unter vom Bund leicht zu erfüllenden Bedingungen, aber eben doch.
Das ist insofern bedrückend, weil nun in allen Parteien ein Rechtsruck wahrnehmbar ist, der sich an der „Flüchtlingsfrage“ entzündet. Dieser in allen Parteien – bei den Linken ist es die Auseinandersetzung vor allem mit Sarah Wagenknecht – zu beobachtende Rechtsruck insbesondere in der „Flüchtlingsfrage“ führt bei nicht wenigen dazu, dass sie ratlos werden.
Ist denn unter diesen Umständen überhaupt noch eine Partei wählbar?
Diese Frage wird nun in den kommenden Monaten immer drängender werden.
Aber: der Weg geht weiter. Der Marsch nach Aleppo ebenso, wie der Weg, den wir hier in Deutschland zu gehen haben. Und zu den Erfahrungen auf diesen Wegen gehört eben auch: es gibt Tage, da gibt es nicht nur Fortschritte, selbst, wenn man weitergeht.
Übermorgen wird die Gruppe in Prag ankommen. Und man kann auf der Projektseite sehen, dass man dort von einer recht großen Zahl von Menschen erwartet wird.
Das ist die gute Nachricht des heutigen Tages.