Status update:
Frau Merkel ist knapp zur Kanzlerin gewählt, Stephen Hawking ist gestorben, Trump kündigt seinem Außenminister per twitter und die britische Universität East Anglia veröffentlicht gemeinsam mit dem WWF eine Studie, wonach bis zum Jahre 2080 (das ist schon übermorgen) jede zweite (!) Tier- und Pflanzenart ausgestorben sein wird – wenn der Klimawandel so ungebremst weiter geht, wie gegenwärtig.

Gestern hatten sich 22 Nationale Akademien der Wissenschaften mit einer gemeinsamen Erklärung zu Wort gemeldet: der Klimawandel sei derart besorgniserregend, dass höchster Handlungsbedarf bestehe. Die Grundlagen des Wirtschaftens seien in Gefahr.

In diesem Februar ist der Nordpolarwirbel zusammengebrochen, was dazu führt, dass extreme Kälte-Einbrüche bis tief nach Europa vordringen können. Der Nordpolarwirbel ist stark, wenn die Temperaturunterschiede zwischen Nordpol und Äquator hoch sind. Wird es aber warm am Nordpol, schwindet der Temperaturunterschied und der Wirbel wird schwächer und kann die extreme Kaltluft nicht mehr im Norden halten – es wird kälter im Norden Europas.
Klimaforscher, insbesondere Eis-Spezialisten hatten in den zurückliegenden Tagen vielfach auf die Katastrophe am Nordpol hingewiesen. Es ist extrem warm dort, das Winter-Eis war nie so gering wie in diesem Winter.

Das IPCC wird dreißig Jahre. Seit dreißig Jahren dokumentiert diese Welt-Agentur das Versagen der Politik in Sachen Klimawandel. Trotz aller Konferenzen und Papiere steigen die Emissionen, nehmen die Schäden dramatisch zu.

Je länger ich diese Entwicklungen wahrnehme und beobachte, um so klarer frage ich mich, ob es noch gelingen kann, den Klimawandel zu mildern.
Im Moment deutet rein gar nichts darauf hin.
China investiert zwar sehr viel in Erneuerbare Energien, schickt sogar die Armee zum Aufforsten, Ägypten beginnt die größte Solaranlage der Welt zu bauen – die Erneuerbaren treten ihren Siegeszug an – aber die Emissionen sinken dennoch nicht. Weiterhin wird viel zu viel mit Kohle, Öl und Gas gearbeitet. Der auftauende Permafrost setzt zusätzlich Methan frei. Der Klimawandel ist in einem Stadium angekommen, in dem wesentliche Kipp-Punkte bereits überschritten sind – eine sich selbst verstärkende Entwicklung ist in Gang gekommen.

Es deutet im Moment rein gar nichts darauf hin, dass „die Politik“, also UNO, große Nationalstaaten und Bündnisse wie die Europäische Union eines ist, in der Lage wären, die größte Herausforderung des Jahrhunderts auch nur in Ansätzen adäquat zu lösen. Man agiert viel zu unentschieden, vertagt in Komissionen (so wie in Deutschland der dringend notwendige Kohle-Ausstieg in Komissionen verschoben wurde), entscheidet nichts – und die Temperaturen steigen weiter.

Die Institute warnen. Große Nationale Akademien und ihre Zusammenschlüsse warnen. Die Messwerte sind völlig eindeutig.
Aber die Politik ist gelähmt.

Professor Hans-Joachim Schellnhuber fragt am Ende seines enormen Buches „Selbstverbrennung“ nach der Hoffnung.
Die lässt sich nur sehr schwer begründen. Es gibt allerdings zaghafte Lichter am finsteren Horizont: die weltweite Divest-Bewegung macht Fortschritte, überall gründen sich Netzwerke wie Fuer-unsere-Enkel. org oder 350.org oder The Elders. Die Zivilgesellschaft organisiert sich.

Nur: die entscheidende Frage ist die nach der menschlichen Aggressivität, da hat Stephen Hawking völlig Recht.
Wenn es uns nicht gelingt, die menschliche Aggressivität und den menschlichen Egoismus zu überwinden, dann hat die Menschheit keine Chance, so seine Mahnung.
Denn, wenn jede zweite Art bei Pflanzen und auch bei Tieren in etwa 60 Jahren ausgestorben sein wird, dann wird man sehen: Egoismus kann man nicht essen.

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