Was wollen wir unseren Kindern eigentlich vererben? Überlegungen eines Älteren


Karneval. Nicht nur in Köln. Auch bei der SPD. Wir sind im Februar des Jahres 2018. Berlin macht einen durch und durch närrischen Eindruck. Eine Regierung gibt es noch nicht, obwohl schon im September gewählt wurde. Jetzt ist Februar. Es gibt einen Vertragsentwurf, alles andre ist unklar. Insbesondere das Personal. Man verzettelt sich im Klein Klein, streitet, gerät sich in die Haare, sägt sich gegenseitig den Stuhl weg.
Nirgends ist mehr eine große Linie zu erkennen; nirgends ist jemand zu sehen, der in der Lage wäre, diesen Hühnerhof zur Ordnung zu bringen; nirgends ist jemand zu sehen, der in der Lage wäre, sich um die wirklich zentralen Herausforderungen so zu kümmern, dass wir uns einer Lösung wenigstens annähern könnten.
Die Berliner Republik macht auf mich in diesen frühen Tagen des Jahres 2018 den Eindruck, als sei nun auch der letzte Hopfen und das letzte Malz verloren gegangen.
Was soll man mit diesem politischen Durcheinander noch Sinnvolles anfangen?

Seit Anfang Januar betrachte ich mir das Getümmel aus noch größerem Abstand. Seit Anfang Januar kann ich mich nun völlig frei von beruflichen Verpflichtungen um das Thema kümmern, das mir schon seit langen Jahren wirklich am Herzen liegt. Ich tue das als junger Pensionär, die mit grade mal 60 Jahren seine Lebenszeit dafür verwenden will, seinen Beitrag zur Lösung des wichtigsten Problems unseres Jahrhunderts zu leisten.

Die Zeit drängt. Die Nachrichten aus aller Welt werden immer bedrohlicher, der Zustand der Natur verschlechtert sich dramatisch.

Nehmen wir nur ein paar wenige, völlig willkürlich gegriffene Zeitungsmeldungen unserer Tage:
1. amerikanische Atomwissenschaftler stellen die Uhr zum „Doomsday“ auf 2 Minuten vor 12. Die weltweiten Gefahren hätten zugenommen. Insbesondere sei die Gefahr eines Atomkrieges gestiegen und der Klimawandel habe sich weiter beschleunigt. Die „doomsday clock“ misst seit 1947 den Abstand zum Weltuntergang…..

2. In zwanzig Jahren wird es keinen Skitourismus in den Alpen mehr geben, lese ich in einer österreichischen Zeitung. Man wird ihn mit künstlicher Beschneiung vielleicht noch etwa 15 Jahre aufrecht erhalten können – danach ist Schluss.

3. die Meere haben sich dramatisch erwärmt. Die Folge: sie können weniger CO2-speichern als früher. Der Klimawandel beschleunigt sich weiter.

4. die nicht nur russischen Tundraböden tauen auf und setzen nicht nur Methan, sondern auch Millionen Tonnen von Quecksilber frei……

Ich könnte solche Meldungen, wie man sie Anfang des Jahres 2018 oft in den Zeitungen lesen kann, noch lange weiterführen.

Was aber würde sich dadurch verändern? Wenig.
Die Menschen sind mit ihrem Alltag und mit den alltäglichen Aufregern beschäftigt. Um Klimawandel sollen sich mal „die Grünen“ kümmern.

Ich kann so nicht denken. So konnte ich noch nie denken. Mein Denken war immer von der Frage bestimmt, wozu wir in Verantwortung für die kommenden Generationen gerufen sind. Wenn wir nur an uns und unsere Generation denken würden, dann dürften wir in den Tag hinein leben.
Nach uns kommen aber auch noch welche.
Unsere Kinder. Und deren Kinder.

Was für einen Planeten wollen wir unseren Nachkommen eigentlich vererben?
Einen Plastik-Müllplatz?
Leergefischte Meere?
Ein völlig verändertes Klima? Wir haben mit 410 gemessenen ppm mittlerweile eine Atmosphäre, die es zuletzt vor 6 Millionen Jahren gegeben hat.
Unser Körper kennt eine solche Atmosphäre nicht.
Ist das unsere Erbschaft, die wir an Kinder und Enkel weitergeben!?

Ich kann und will das nicht akzeptieren. Deshalb unterstütze ich Netzwerke wie The Elders (gegründet von Kofi Annan) und 350.org (gegründet von Bill McKibben, dem Träger des Alternativen Nobelpreises). Deshalb unterstützte ich Gruppen wie fossil free und #Divest.
Und deshalb gibt es nun das Netzwerk Fuer-unsere-Enkel.org.

Sollen sie Karneval feiern.
Sollen sie immer verrückter werden mit ihrem unprofessionellen politischen Agieren.
Sollen sie sich gegenseitig lähmen mit ihrem kurzfristigen Denken.

Ich gönne mir den Abstand.
Und ich kümmere mich – gemeinsam mit mittlerweile vielen Menschen – um „Fuer-unsere-Enkel.org„.
Wer sich daran beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen.

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