Spuren im Sand


Je älter ich werde, um so öfter steigt die Frage auf: „Welche Spuren soll man dereinst von Dir finden?“ Man weiß ja schließlich nicht, wie lange man lebt, welche Lebenszeit einem vergönnt ist.
Seit Kindertagen schon habe ich als Antwort auf diese Frage ein „inneres Bild“: einen Baum.
Wenn ich aufmerksam durch Landschaften gehe, in denen ältere und alte Bäume stehen, denke ich fast immer an diejenigen, die diese Bäume vor langer Zeit einmal gepflanzt haben und stelle mir vor, weshalb sie so handelten.
Manch einer wird es einfach getan haben, weil es sinnvoll ist.
Wieder andere werden es getan haben, weil sie ihren Acker schützen wollten.
Von wieder anderen weiß ich, sie haben Bäume als „Versicherung“ gepflanzt. Bauern zum Beispiel, die auf dem schlechtesten ihrer Böden ein „Bauernwäldchen“ anlegten, damit sie „für schlechte Zeiten“ einen Stamm Holz hatten, den sie verkaufen konnten.
Manch einer pflanzt einen Baum, wenn ein Kind geboren wird. Oder gar ein Enkelkind.
Die Motive sind zahlreich.

Ich habe viele Bäume gepflanzt in meinem Leben.
Mit der Hand, aber auch mit Mitteln der Politik. Ein Kirchenwald-Gesetz zum Beispiel ist so entstanden, da war ich noch im Präsidium der Synode in Magdeburg.
In Deutschland, aber auch in anderen Ländern habe ich gepflanzt oder pflanzen lassen. Etliche von internationalen Kampagnen und Projekten habe ich unterstützt, weil es nichts Sinnvolleres gibt, als Bäume zu pflanzen, wenn man praktisch „etwas tun“ will für die kommenden Generationen.

Nun ist da ein neues Projekt entstanden. Wieder ein Beteiligungs-Projekt. Die Kirchgemeinde in Uckerland (das liegt ganz im Norwesten Brandenburgs) stellt 5 Meter breite Streifen ihres Landes zur Verfügung und lädt ein, Bäume und Sträucher zu pflanzen.
Und zwar mit Hilfe des Internets. Betterplace (die größte Spendenplattform Deutschlands) und facebook, twitter & Co sind behilflich.
Ein Abschnitt von 100 Metern kostet etwa 2000 Euro (Zaunbau eingerechnet).
Für 20 Euro also hat man einen Meter (mal 5 Metern Breite) bepflanzt.
Diese Abschnitte tragen Kindernamen. Sie heißen so, wie Kinder heutzutage heißen. Ein Abschnitt heißt „Janine“, einer heißt „Fritz“, andere Abschnitte werden andere Namen tragen.

Wenn man möchte, kann man sich persönlich so einen Abschnitt „vornehmen“ und in seinem Freundes- und Bekanntenkreis dafür um Spenden bitten.
Auf diese Weise kann ein Freundeskreis, sagen wir, innerhalb eines Jahres (vielleicht auch schneller) 2000 Euro einwerben, damit die Kirchgemeinde in Uckerland wieder ein Stück von 100 Metern neu anlegen kann. (Die Erfahrung zeigt allerdings, dass sich so ein 100-Meter-Abschnitt innerhalb von zweieinhalb Tagen finanzieren lässt, wenn man betterplace.org und facebook zu Hilfe nimmt. Der Abschnitt „Janine“ ist so entstanden.)

Hier gehts zum Projekt: Das Hecken-Projekt in Uckerland

Und die dazugehörige Facebook-Seite findet man hier: Facebook-Seite zum Projekt in Uckerland:

Vielleicht hat ja der eine oder andere Leser dieses blogs Freude daran, sich mitsamt seinem Freundeskreis so einen Abschnitt „vorzunehmen“.
Damit man eines Tages Spuren von ihm findet.
Spuren im Sand.

 

 

 

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