Mit den vereinigten Armeen gegen Flüchtlinge …. etwas über die christlichen Grundwerte Europas


Still und klammheimlich kommt der Krieg. Man nennt ihn „Manöver“. Im April soll es beginnen. NATO-Generalsekretär Rasmussen hatte schon in der vergangenen Woche darauf hingewiesen, daß „einige der Aktionen“ dieses „Manövers“ „UN-Mandat haben sollten“. Das lässt nichts Gutes ahnen.
Heute ist zu erfahren, daß Amerika und NATO „prüfen“, die Überflugsrechte über Libyen einzuschränken. Damit verbunden ist die Aufkündigung eines Nichtangriffpakts zwischen Italien und Libyen, versteckt in einem „Freundschaftsvertrag“, der nun „ausgesetzt“ ist.
Zwei deutsche Fregatten sind bereits ins „Einsatzgebiet“ unterwegs, wir erfuhren in der vergangenen Woche davon. Ein Mandat des Bundestages gibt es dafür nicht.
Aber, das scheint ja auch egal zu sein, denn soetwas kann man sich ja noch nachträglich besorgen. Im Denken des NATO-Generalsekretärs wird ja deutlich, wie die Reihenfolge ist: „einige Aktionen sollten ein UN-Mandat haben“….sagt er. Und meint: na, dann „besorgen“ wir uns eben eins…..
Wie im verlinkten Text der „Süddeutschen“ zu sehen ist, laufen die außenpolitischen Aktivitäten auf höchsten Touren. Auch der Bundesaußenminister meint, „darüber“ müsse man „zunächst mit der UN reden“. Aber dann wird das schon. Und, wie die Italiener meinen: „keine Option ist ausgeschlossen“. Also auch eine Invasion nicht.

Worum geht es im Kern?
1. Man will die Flüchtlingsströme möglichst in Afrika halten. Sie dürfen auf keinen Fall nach Europa kommen. Denn das würde den europäischen Frieden nun doch sehr gewaltig stören. Die reiche Welt will die Folgen ihrer Politik nicht sehen. Denn: die europäische Agrarsubventionspolitik, die Waffenhilfe, die Öl-Geschäfte – all das hat mit dazu beigetragen, daß es eine große Ungerechtigkeit und Armut in Afrika gibt. Europa hat einen großen Anteil an der Armut in Afrika. Wenn nun die Flüchtlinge aus Nordafrika nach Europa wollen – dann geht das zu weit. Wer will schon gern an seine eigenen Fehler erinnert werden. Deshalb sollen die Flüchtlinge in Afrika bleiben.

2. Man will weiterhin von den nordafrikanischen Öl-Quellen profitieren. Und man wird auch an den Agrarsubventionen nichts ändern. Europa will im Grunde weitermachen wie bisher. Nur eben: die Flüchtlinge stören.

3. Irgendwie muß „das da“ politisch stabilisiert werden. Deshalb wird von den Strategen gern davon gesprochen, es ginge um die „Sicherung der Demokratie“. Man verbreitet die Nachricht, eine NATO-Invasion finde ja nur statt, um „die Opposition“ zu stärken. Ah ja. Man ist dankbar für einen solch erklärenden Hinweis.

4. es geht also darum, daß die reiche Welt mit Hilfe ihrer vereinigten Armeen, die in der NATO zusammengeschlossen sind, eine Invasion in Afrika vorbereitet, um die Flüchtlinge möglichst in Afrika zu halten und doch den Zugang zu den Rohstoffen weiterhin zu sichern. Deshalb ist natürlich damit zu rechnen, daß die ganze „Aktion“ ein UN-Mandat bekommen wird. Klar. Denn die reiche Welt hat in der UN den größten politischen Einfluss.

Diese Invasion, die da derzeitig ganz im Stillen vorbereitet wird, während sich Deutschland über gewisse Promitionsverfahren aufregt, wird die Zustimmung in der deutschen Bevölkerung finden. Denn schließlich will niemand Flüchtlinge in der Nachbarschaft sehen. Sie stören den Sonntagsfrieden.
Schließlich will man weiterhin billige Bananen und Kaffee kaufen. Und man will weiterhin in Ruhe gelassen werden im reichen Europa…..da stören die Flüchtlinge einfach.

Daß die Vorbereitungen zur Invasion der reichen Welt in Nordafrika zu einem Zeitpunkt kommen, in denen peak-Oil überschritten ist, hat natürlich keinerlei Bedeutung. Es geht selbstverständlich überhaupt nicht darum, die letzten noch vorhandenen Öl-Reserven zu sichern. Nein, niemals! Es geht um die „Sicherung der Demokratie“ und die „Stärkung der Opposition“! So steht es in der Zeitung…..

Dieser sich abzeichnende Konflikt zeigt mit ungewohnter Direktheit und Brutalität den völligen moralischen Ausverkauf Europas und Nordamerikas.
Niemand redet gegenwärtig von einer eigentlich notwendigen Neuordnung der Weltmärkte. Niemand redet von der Abschaffung der europäischen Agrarsubventionen, niemand redet von der eigentlich notwendigen Unterstützung der nordafrikanischen und anderen afrikanischen Länder beim Aufbau einigermaßen tragfähiger wirtschaftlicher Strukturen.
Nein.
Es ist banaler: die Flüchtlinge dürfen nicht nach Europa, aber das Öl soll weiter fließen.

Das sind die eigentlichen Werte des christlichen Abendlandes.
Der Umstand, daß in der NATO nur Nationen verbunden sind, die sich „christlich“ nennen und auf „christlichen Grundwerten“ stehen, macht die Sache nicht besser.
Der Umstand, daß muslimische Länder oftmals zu den armen Ländern der Erde zählen, macht die Sache nicht besser.

Die reiche, christliche Welt, gegen die ärmere, muslimische Welt?
Geht es darum? Wird im Konflikt um Nordafrika eigentlich diese Schlacht geschlagen?
Wenn es so wäre, hätte Europa jetzt schon verloren.

Advertisements

6 Gedanken zu “Mit den vereinigten Armeen gegen Flüchtlinge …. etwas über die christlichen Grundwerte Europas

  1. Hallo Ulrich,

    ich habe deinen Artikel in meinem Weblog aufgenommen und verlinkt.
    Heute sprach ich mit einem jungen Kollegen über die aktuelle Politik. Er meinte, „Afghanistan und Nordafrika würden ihn nicht interessiere. Und das mit Kundus, schaue man sich mal an, wie lange die da rumdebattieren…“

    Ich schicke ihm deinen Artikel und hoffe, er findet sich.

    Vielen Dank für deine Arbeit und vorbildlichem Weitergeben.

    Grüße,
    Marcus

    1. hallo Marcus, danke für das Teilen der Worte. Mehr als Worte haben wir ja nicht. Aber klare Worte sind stark, und, einmal in die Welt gebracht, nicht mehr zurücknehmbar. Man muß damit leben, daß die Menschen verschiedene Interessen haben, aber manchmal kommt ja doch der eine oder andere zum Nach-Denken. Das wäre schon lohnend.

  2. Was hat denn das Eine mit dem Anderen zu tun. Es ist schlimm genug, was die Nato da anstellt, da muß man nicht noch mit religiöser Hetze kommen.
    Gläubige Christen wurden schon immer von Kirche und Staat ignoriert oder verfolgt. Man sollte sich erstmal mit dem Christentum befassen, bevor man das Wort „christlich“ auf Leute bezieht, welche diesen Wortteil eh‘ nur für ihre eigenen Interessen ausnutzen.
    Es gibt einen großen Unterschied zwischen Glaubenden und der Institution Kirche, was nicht bedeutet, das sich dort nicht auch immer mehr Gläubige herauskristallisieren.
    Bei Problemen soltte man die Probleme beim Namen nennen und nicht ablenken.
    In dem Fall sind das Problem die Banken und die Industrie, welche ein Haufen Geld mit Krieg verdienen und die Medien, welche darüber nicht berichten.
    Wenn Du Probleme mit Christen hast, dann unterhalte Dich mal mit Ihnen und Du wirst rausfinden, Dass sie für Muslime beten und nicht gegen sie in den Krieg ziehen (auch nicht gedanklich).

    1. hallo Jens, wenn du in meine Biografie schaust, die du auf meiner Homepage findest, wirst du sehen, daß ich in meinem Leben ausführlich Gelegenheit hatte und habe, mich mit „Christen“ zu beschäftigen -:). Wir sind inhaltlich gar nicht voneinander entfernt.

      1. Leider finde ich keine Biographie von Dir, kannst mir ja mal nen Link schicken.
        Aber ich glaub Dir auch so und bin froh darüber.
        Ciao Jens

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s