Was der Krieg kostet – Etwas von der Recherche


Im Krieg stirbt zuerst die Wahrheit. Das ist ein alter Satz. Und weil er wahr ist, macht die Recherche besonders Mühe.
Ich nehme mir deshalb Zeit, um mich auf die Suche zu machen.
Ich lese Quellen, vergleiche ihre Angaben und werte schließlich aus.  Das Ergebnis ist hier zu lesen.
Es wird auffallen, daß ich keine Quellen verwende, die von einer Partei kommen. Denn zu groß scheint mir die Gefahr, daß die dort vorgelegten Zahlen interessengeleitet sein könnten.

Zwei Zahlen zu Beginn: nach Informationen von Heise-online ist der Afghanistan-Krieg mittlerweile teurer als der Irak-Krieg.
Er kostet allein die US demnach 6,7 Milliarden Dollar – pro Monat.

Für Deutschland hat das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung die Gesamtkosten zusammengerechnet.
Für den Zeitraum von 2001 bis 2013 ergeben sich aus dieser Berechnung Gesamtkosten von „bis zu 47 Milliarden Euro“.
Die „Tagesschau“ hat am 28. Januar 2011 auf diese DIW-Studie Bezug genommen. (Zum Vergleich: das Ganztagsschulprogramm hat für 10.000 Ganztagsschulen in Deutschland 4 Milliarden im Budget….).
Das Bundesverteidigungsministerium hat kurz nach dem Erscheinen der DIW-Studie in einer dürren Erklärung des Sprechers dazu Stellung genommen und lediglich mitgeteilt, daß das BmV nur die Kosten im eigenen Budget ausgewiesen habe.
Das klang wie ein Dementi. War aber keins.
Weil die DIW-Studie die Gesamtkosten für den Bundeshaushalt berechnet hat.

Wie aus der zitierten „Tagesschau“-Meldung ersichtlich, ist es schwieriger, die Kosten für den zivilen Beitrag Deutschlands zu berechnen. Nach Auskunft des DIW ist das Verhältnis zivil zu militärisch etwa 1/3 zu 2/3.

Was zwingend ein stärkeres ziviles Engagement erfordert. Denn „militärisch ist der Konflikt nicht zu gewinnen“ nach einhelliger Meinung fast aller Fachleute sowohl aus dem BMZ als aus dem BmV. (Ich kenne niemanden, der einen militärischen „Sieg“ noch für möglich hält).

48 Nationen beteiligen sich am Afghanistan-Krieg. Deutschland stellt nach den USA das zweitgrößte Truppen-Kontingent.
84.150 Soldaten sind nach Informationen der „Tagesschau“ insgesamt im Einsatz. Die ISAF hat dies, sorgfältig nach Ländern geordnet, auf ihrer Seite genauer beschrieben.
Wer darüber hinaus an einer präzisen Chronik des Krieges interessiert ist, findet beim Friedenspolitischen Ratschlag eine entsprechende Information.

Die Zahl der getöteten Zivilisten ist schwer zu ermitteln. Die Zahlen schwanken.
Dennoch übersteigt die Zahl der getöteten Zivilisten die der getöteten Soldaten um ein Vielfaches. Besonders betroffen sind die Kinder.
Nach Angaben der UNO starben allein im letzten Jahr über 1000 Kinder.
Die Zahl der getöteten deutschen Soldaten ist hier mit Datum vom 28. Januar 2011 zusammengefasst.

Folgt man den Berechnungen der Forscher vom DIW, kostet jedes weitere Kriegs-Jahr allein in Deutschland etwa 3 Milliarden Euro.

Diese Summe wird nun – nach dem Beschluss des Parlaments vom 28. Januar 2011 – vom deutschen Steuerzahler aufgebracht werden müssen.

Diese Zahlen, hinter der sich Einzelschicksale verbergen, ist als Folie interessant für die anderen blog-Beiträge, die ich hier auf dem blog bereitstelle.

In diesen Texten wird von zivilen Projekten die Rede sein. Denn: der Frieden ist zivil. Und das zivile Engagement muss gestärkt werden, weil bislang das Militärische weit überwiegt und nur zu mehr Zerstörung führt.

Der zivile Aufbau Afghanistans hat längst nicht so viel Geld zur Verfügung wie das Militär
kann aber dennoch Sinnvolles bewirken.

Weil die Nachrichten über das Militär überwiegen, will ich von zivilen Projekten berichten.
Denn es gibt sie, die Alternativen zum Krieg.

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2 Gedanken zu “Was der Krieg kostet – Etwas von der Recherche

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