Alternativen zum Krieg – zivile Hilfe (1)


Die Koalition hat entschieden, den Krieg fortzusetzen.

Weshalb es besonders wichtig ist, an zivile Hilfe zu erinnern, die nach wie vor in Afghanistan stattfindet, aber mehr Unterstützung braucht.

Nun kann man als Privatmensch nicht sehr viel tun: man kann Geld geben, natürlich; man kann Zeit geben, natürlich. Man kann helfen, private Initiativen bekannter zu machen, damit sie mehr Unterstützung finden.

Da ist das Internet hilfreich.

Ich nutze also meine Zeit, um nach privater Aufbauhilfe in Afghanistan zu recherchieren und das gefundene Wissen zu teilen, damit die Initiativen breitere Unterstützung erfahren.

Und stoße zunächst auf die Kinderhilfe-Afghanistan. Die Kinderhilfe-Afghanistan hat sich auf die problematischen Ostprovinzen spezialisiert. Schulen, Ausbildung, Bäume (wichtig für die Wasserversorgung!), Solar-Technik und vieles mehr.

Persönlich kenne ich die Arbeit der Grünhelme. Mit dem Vorsitzenden, Dr. Rupert Neudeck, war ich im Norden des Landes, noch in einer Zeit, als es dort keine deutschen Truppen gab. Die Grünhelme leisten Soforthilfe. Vor allem Schulen in ländlichen Gebieten, in denen sonst wenige Hilfsorganisationen arbeiten. Die Grünhelme haben sich auf den Süden, inbesondere auf die Provinz Herat konzentriert.

Wichtig ist die Arbeit der Caritas. Mehr zur Arbeit von Caritas-Afghanistan hier: Es ist interessant zu sehen, daß viele zivile Organisationen, die im Lande helfen, sich schon sehr früh gegen eine weitere Verlängerung des ISAF-Mandates ausgesprochen haben. Auch kritisieren sie die zivil-militärische Kooperation, wie sie Minister Niebel vorhat.

Der Freundeskreis Afghanistan ist eine weitere private Organisation, die man unterstützen kann. Der Freundeskreis Afghanistan hat sich auch auf die eher östlichen Provinzen konzentriert.

Wirksame Hilfe beginnt mit guter Information. Deshalb sei diese linksammlung hier eingefügt, die von der „Kinderkulturkarawane“ erarbeitet worden ist. Das Material ist auch deshalb hilfreich, weil es einen gut aufgearbeiteten Überblick über die Situation im Lande nach fast dreißig Jahren Krieg gibt.

Auf sinnvolle Projekte wie „Bücher statt Bomben“ macht die afghanische Internetseite in Bonn aufmerksam. Wie man an diesem Beispiel sehen kann, sind es oft sehr kleine Projekte, die doch nicht weniger sinnvoll sind, als die großen, mit staatlichen Mitteln finanzierten Infrastrukturprojekte, die beispielsweise über die GIZ abgewickelt werden.

Das Auswärtige Amt informiert auf seiner Seite auch über den zivilen Aufbau, der ja Teil der Afghanistan-Strategie der Regierung ist. Näheres hier: Diese Projekte konzentrieren sich vor allem auf den Norden des Landes.

Ein Grundproblem der zivilen Hilfe besteht darin, daß viele Hilfsorganisationen in Kabul „sitzen“, wie mir mal ein Entwicklungshelfer gesagt hat. Nur relativ wenige, wie zum Beispiel die „Grünhelme“, gehen wirklich in die Dörfer und Regionen. Da das Land etwas doppelt so groß ist wie Deutschland, kann man ermessen, wieviel Arbeit vor allem in den ländlichen Gebieten notwendig ist.
Die Arbeit der politischen Stiftungen im Lande will ich nur kurz erwähnen. Sie sind – in Kabul – vertreten und tun, was sie können, um politisches Personal auszubilden. Näheres dazu auf den Seiten der Stiftungen selbst.
Mir liegt mehr an den Organisationen, die konkrete, praktische Hilfe beim Wiederaufbau des Landes leisten.
Deshalb sei auch auf diese linkliste verwiesen:
Denn über deren Arbeit wird viel zu wenig berichtet.

In den kommenden Tagen will ich deshalb hier die eine oder andere zivile Organisation, die in Afghanistan Aufbauhilfe leistet, vorstellen.
Wer weitere Hinweise auf solche, oftmals kleinen, privaten Initativen hat, schreibt mir bitte eine mail oder kommentiert gleich hier.

Es gibt Alternativen zum Krieg.
Wir müssen mehr darüber sprechen.
Denn sie brauchen Unterstützung.

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2 Gedanken zu “Alternativen zum Krieg – zivile Hilfe (1)

  1. Lieber Ulrich,
    eine sehr begrüßenswerte Initiative von dir. Irgendwann, wenn der Krieg zu Ende sein wird werden noch immer die zivilen Hilfen wichtiger sein als Stahlhelme.
    Deinen Beitrag verbreite ich gerne weiter.

    Viele Grüße
    Reiner

    1. Hallo Rainer, danke für’s Teilen. Mir scheint, es ist wichtig, Alternativen zu den Berichten und Bildern zu verbreiten, die uns tagtäglich in anderen Medien begegnen. Da kann so ein blog eine Chance sein, denn das Netz kann helfen, eine „Gegenöffentlichkeit“ aufzubauen, damit sich die Menschen in unserem Lande ein etwas differenziertes Bild von der Situation machen können. Ich habe gerade mit Malte Fähnders Kontakt aufgenommen, der 2005 für die Grünhelme in Afghanistan war. Er wird mir einen Beitrag für den blog schreiben.
      Wenn Du über weitere Kontakte zu zivilen Aufbauhelfern verfügst, die im Lande waren, bin ich für einen Hinweis (mail etc. ) dankbar, dann kann ich Kontakt aufnehmen.

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