Was vom Ja – Sagen.


say yes and the world will dance with you!

Der Satz sprang mich regelrecht an. Wie eine Katze.
Aus einem facebook-posting.
Nicht von den Ja-Sagern rede ich, nicht von den „Abnickern“, die „einfach“ Ja sagen. Ohne eigenes Nach-Denken.
Von denen haben wir zu viele, scheint mir.
Von denen rede ich, die zum Leben „Ja“ sagen.
Zu den Dingen und Erlebnissen, die ihnen das Leben bereithält.

Mir fällt auf, wie sehr wir ins „Nein!“ Sagen verliebt sind.
Ein Blick in die social-media-Netzwerke hilft: überall finden sich Gruppen „gegen“ irgend etwas.
Allenthalben sind Klagen über die Zustände verbreitet.
Pessimismus macht sich breit.
Angst regiert.

Wovor eigentlich?
Dass uns der Strom, der uns trägt, in einen Strudel treiben könnte?
Dass da eine Zukunft auf uns wartet, die nicht „schön“ sein könnte?
Was ist das für eine Angst, die uns da festhält und den Atem nimmt?

Die Seele wird eng.
Entscheidungen verzögern sich.
Mut verlässt uns.
Man beginnt, sich nur noch nach „Mehrheiten“ zu richten: schielt darauf, was wohl der Nachbar dazu sagen könnte….
Es bleibt das „Nein“ zum eigenen Leben.
Nach Tanzen ist uns nicht mehr zu Mute, wenn die Seele eng ist.

Wie anders lebt es sich, wenn man die Dinge annimmt, die der Tag bereit hält.
Auch die unangenehmen.
Auch die scheinbar lästigen.
Auch die mühevollen.
Ich tue, was zu tun ist. Und im nächsten Moment sind die Dinge schon wieder anders, denn die Zeit ist weitergegangen.
Augenblick für Augenblick.
Weil das Leben fließt.
Wie ein Strom.
Da gibt es nichts festzuhalten.

Ja – Sagen im tieferen Sinn wird möglich, wenn ich eigene Pläne lasse.
„Du sollst Dir kein Bildnis machen“ mahnt Max Frisch. Kein „Bildnis“ von der Zukunft oder davon, wie der Mensch neben dir wohl so „ist“.
Manchmal muss ich sie sogar lassen, diese inneren Bilder. Werde regelrecht gezwungen dazu.
Das sind Zeiten der Übung.
Übung im Loslassen.
Zeiten der Krankheit beispielsweise sind solche „Übungszeiten“.
Wenn es anders kommt, als ich mir „vorgestellt“ hatte.
Wenn der Körper woanders lang will, als mein Kopf zu wissen glaubt.
Wenn die Seele andres vorhat, als mir meine Gedanken vorgaukeln wollen.
Übungszeiten, Training im Loslassen: Dann, wenn ich selbst gar nichts mehr tun kann.
Wenn ich nur noch geschehen lassen kann, was da geschehen will.

„Say yes and the world will dance with you“ – sag „ja“ und die Welt wird mit dir tanzen.
Das ist eine Einsicht, die hinter der Not liegt.
Ein Land, das sich erst öffnet, wenn man durch Schweres hindurchgegangen ist.
Eine Gegend, die ihre Musik erst klingen lässt, wenn ich die Angst gelassen habe.
Los gelassen.

Wir können nicht wissen, was uns die nächste Stunde bringt.
Nicht mal, was in den nächsten Minuten geschehen wird.
Wir wissen nur, was jetzt ist.
Und auch dies nur in Bruchstücken.

Deshalb ist soetwas wie „Zukunftsangst“ unmenschlich.
Eigentlich ist diese Angst eine Form der Hybris, des Hoch-Mutes, einer Lebenshaltung, die ihre Wurzeln vergessen hat.
Elisabeth Kübler-Ross und andere haben darauf hingewiesen, wie wichtig das „Ja“ sagen am Ende eines Lebens ist.
Ja-Sagen zu meinem Leben so, wie es ist.

Darum geht es.
„say yes and the world will dance with you“.
Anders gesagt: „Mensch lerne tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit dir anzufangen“…..

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