Westerwelle und das gezielte Töten


Außenminister Guido Westerwelle hält das „gezielte Töten“ von Taliban für rechtens. So seien die ISAF-Einsatzregeln. Sagt er.
Westerwelle sagt dies – laut Tagesschau vom 4. August 2010 – zu einem Zeitpunkt, zu dem die Zustimmung zum Afghanistan-Krieg in der Bevölkerung, aber auch im Parlament von Tag zu Tag sinkt.
Seine Absicht ist klar: er will das Vorgehen der Amerikaner in Afghanistan rechtfertigen.

Von einer solchen drückebergerischen Sophisterei wird mir übel.
Denn hier agiert ein Außenminister, der sich völlig zum Büttel militärischen Denkens gemacht hat.
Dieser Außenminister hat es völlig aufgegeben, einen Primat der Politik gegenüber dem Militär zu beanspruchen und durchzusetzen. Er folgt blind den ISAF-Einsatzregeln und versteckt sich auch noch in aller Öffentlichkeit hinter ihnen.

Was, in Gottes Namen, hat diesen Mann geritten, öffentlich das gezielte Töten von Menschen in dieser Art zu rechtfertigen?

Wenn der Außenminister der Auffassung ist, daß das gezielte Töten von Menschen, die irgendein Geheimdienst zu „Taliban“ erklärt hat, „rechtens“ sei, dann hat er die Basis unserer Kultur verlassen.

Denn Basis unserer abendländischen Kultur ist das biblische „Du sollst nicht töten!“
Dieses „Du sollst nicht töten“ ist mehr als ein Gebot, den anderen am Leben zu lassen.
Dieses Gebot ist vor allem ein Selbstschutz.
Denn: die Tötung eines Menschen fällt immer auf den zurück, der tötet.

Es ist nur eine Frage der Zeit.

Bertha von Suttner (Friedensnobelpreis) hat völlig Recht: Blut kann man nicht mit Blut abwaschen.

Deshalb sei Herrn Westerwelle ins Stammbuch geschrieben:
Herr Westerwelle kehren Sie zu den Grundlagen unserer Kultur zurück!
Hören Sie auf, sich hinter ISAF-Einsatzregeln zu verstecken, die vielleicht einer  militärischen Logik entsprechen, die die Welt in „Freunde“ und „Feinde“ einteilt, die aber niemals den Ansprüchen einer zivilisierten Außenpolitik genügen können, die darum wissen muß, daß es nur eine gemeinsame Sicherheit in der Einen Welt geben kann.

Herr Westerwelle, fangen Sie endlich an, Politik zu machen, statt sich zum Büttel militärischer Logik machen zu lassen.

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