Joachim Gauck – Bürgerrechte gegen Establishment. Worum es bei der Bundespräsidentenwahl eigentlich geht


Es geht um geheime und freie Wahlen.
Um nicht mehr und nicht weniger.

Das „alte Denken“ hatte versucht, mit der Nominierung von Christian Wulff gleichsam schon das Wahlergebnis zur Bundespräsidentenwahl mit zu liefern. So, als stünde es fest.
Man zählte „seine“ Stimmen durch und glaubte, damit sei die Demokratie am Ende ihrer Möglichkeiten.

Nun sind aber diese Wahlen „freie und geheime Wahlen“.
Für dieses Ziel sind im Herbst 1989 die Menschen im Osten auf die Straße gegangen.

Es war eine der ganz zentralen Forderungen aus der großen Mehrheit der Bevölkerung.

Bürgerrechtler standen mit dieser Forderung neben CDU-Mitgliedern, die die Bevormundung durch die SED satt hatten.
Bürgerrechtler standen mit dieser Forderung neben FDP-Mitgliedern, die endlich an die große liberale Tradition der unabhängigen Meinungsbildung wieder anknüpfen wollten.

„Wir haben es satt, daß die Oberen Wahlergebnisse vorfestlegen wollen. Wir haben es satt, daß Wahlen nur noch zu einer Farce degradiert werden. Wir wollen echte, das heißt: freie und vor allem geheime Wahlen“.

So klang es im Herbst 1989.
Und das alte System mußte weichen.

„Wir sind das Volk!“.

Bei der Bundespräsidentenwahl geht es um die Verteidigung dieses großen Erbes.

Es geht darum, daß sich die Wahlmänner und -frauen, die zur Wahl nominiert werden, an diese Tradition der Bürgerrechte erinnern – und sie mit Leben erfüllen.

Deshalb wirken auf mich die Versuche einiger Parteigeneralsekretäre schlicht lächerlich.

Man kann nicht das Wort „Bürgerrecht“ in den Mund nehmen, und gleichzeitig „die Geschlossenheit“ der Wahlmänner und -frauen bei der Abstimmung zur Wahl des Bundespräsidenten „zusichern“.

Diese Wahl ist frei und sie ist geheim.

Jeder Wahlberechtigte ist ausschließlich seinem eigenen Gewissen verantwortlich.

Mit der Wahl des Bürgerrechtlers Joachim Gauck gegen den Kandidaten des Establisments Christian Wulff geht es auch um die Frage „wie hältst du’s mit der Demokratie?“

Ich habe begründete Hoffnung, daß die Wahlmänner und -frauen auch wirklich verstanden haben, worum es bei der Wahl zum Bundespräsidenten geht.

Es geht nicht nur um eine Person, sondern es geht um die Demokratie.

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