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Alle reden über Sarrazin – wir nicht.


Wir reden über Chancen.
Wir reden von dem Leben in der Einen Welt.
Und von unserer Verantwortung, vom ungeheuren Wohlstand, den die reiche Welt im Norden dieser Erde angehäuft hat, denen zurückzugeben, auf deren Kosten wir leben.

Wir reden von Chancengerechtigkeit in der Einen Welt.
Und: wir handeln. Gemeinsam mit Gleichgesinnten in aller Welt. Menschen, die sich im weltweiten Opportunity-Netzwerk zusammengeschlossen haben.
Opportunity gibt Geld.
An die Menschen, denen keine “normale” Bank Geld geben würde.
Denn unsere “Banken” sind anders.
Es sind “Graswurzel-Banken”.
Wir vergeben Kleinstbeträge: 25 Dollar; 50 Dollar; vielleicht mal 100 Dollar.
Das Geld wird in Gruppen verwaltet.
Die Gruppen entscheiden, wer das Geld bekommt.
Die Gruppen bekommen Weiterbildung.
Auch Gesundheits-Bildung (AIDS-Prävention z.B.).
Wir arbeiten mit Partnern zusammen, die aus den Ländern stammen, in die das Geld fließt.

Wir geben den Menschen in den trustbanks Geld, damit sie ein Unternehmen gründen oder erweitern können – um sich und ihre Familien mit dem Nötigsten zu versorgen.
Wir geben ihnen Geld, das uns andere Menschen anvertraut haben.
Unsere Arbeit lebt vom Vertrauen.
Das ist der Kern unserer Arbeit.
Und das ist das eigentliche Kapital.
Dieses Kapital verzinst sich in weit höherem Maße, als je eine Bank Zinsen auf Kapital geben könnte.

Heute und morgen treffen wir uns in Köln zum Quartalsmeeting, um die Kampagne zur Gründung von 100 neuen Microbanken zu besprechen.
Die Vorarbeiten dazu sind weit gediehen.
Der Stiftungstag am 5. und 6. November in Dresden wird die Kampagne offiziell eröffnen.

Während die einen von den unerwünschten “Armen” reden, denen man einen Zuzug nach Deutschland und Europa erschweren solle, werben wir dafür, endlich in der Perspektive der Einen Welt zu denken und zu handeln.
Zeiten, in den sich reiche Länder gegen arme Länder “abschotten” könnten sind längst vorbei.
Denn diese Welt ist unteilbar.
Viel zu lange haben wir auf Kosten der ärmeren Teile der Welt gelebt.
Wir im Norden sind deshalb wohlhabend, weil jene Länder arm sind.
Unser Lebensstil und unsere Markmechanismen in Europa sind es auch, die für Chancenungerechtigkeit in der Welt sorgen.

Das reiche Europa erlaubt ja nicht einmal den freien Marktzutritt für alle Produkte aus ärmeren Ländern.
Freie Marktwirtschaft ist etwas anderes.
Um die Regulierung dieser Marktzugänge müssen sich Regierungen und Parlamente kümmern.

Wir kümmern uns vor allem um die Menschen selbst.

Opportunity International ist eine weltweite Organisation, die mittlerweile etwa 2 Millionen Menschen in der Förderung hat.
Einmal gegebenes Geld wird vielfach eingesetzt: es wird ausgeliehen, fließt zurück, kann erneut eingesetzt werden.

Im kommenden Jahr wollen wir 100 neue Kleinkreditgruppen gründen.
100 neue trustbanks.
Banken des Vertrauens.
Für etwa 5.000 Euro läßt sich eine solche Gruppe von Kleinkreditnehmern sinnvoll aufbauen.
Eine gewisse Gruppengröße ist notwendig, damit die Arbeit stabil beginnen kann.

Opportunity International Deutschland (als Teil des weltweiten Opportunity-Netzwerks) will weiter wachsen, damit wir die Hilfe ausbauen können, die wir geben können.

Deshalb: alle reden über Sarrazin.
Wir nicht.
Wir gründen Banken für die ärmsten Bevölkerungsgruppen in den ärmsten Ländern der Erde.
Für Menschen, die oft nicht mal lesen und schreiben können. Die aber Lebenserfahrung haben und sich für ihre Familien engagieren wollen.
Sie sind hoch motiviert.
Sie wollen anpacken.
Sie wollen ihren Lebensunterhalt selbst verdienen.
Deshalb wollen wir mit unserer Arbeit Chancen eröffnen.
Damit aus Hilfsempfängern Partner werden.

Wer mehr über unsere Arbeit lesen will, findet Opportunity mit eigener Homepage im Netz (www.oid.org), aber auch bei facebook und youtube.

http://www.facebook.com/opportunityde?ref=ts

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